Positive Education - Kinder stärken für die Welt von morgen

Jan 19, 2026

Stell dir vor, es gäbe Schulen, in denen nicht nur Matheformeln und Grammatikregeln gelehrt werden, sondern auch Glück, Resilienz der Umgang mit Emotionen und viele andere Dinge, die es braucht, um ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Leben zu gestalten. Klingt wie ein Traum? Genau hier setzt Positive Education an. Aber bevor wir tiefer einsteigen: Was genau ist Positive Education, und warum sollten wir alle – ob Eltern, Lehrerkräfte, Pädagoinnen und Pädagogen oder Schulleitungen – mehr darüber wissen?

Was ist Positive Education?

Positive Education verbindet die Wissenschaft der positiven Psychologie mit traditionellen Bildungsansätzen. Das Konzept geht zurück auf Professor Martin Seligman, einen der Gründer der positiven Psychologie. Das Ziel: Schulen und Familien dabei zu helfen, Kinder nicht nur für Tests und Noten und Prüfungen vorzubereiten, sondern auch für das Leben – ein glückliches, erfolgreiches und resilientes Leben.

Positive Education fokussiert das, was gut läuft. Statt ständig Defizite in den Vordergrund zu stellen („Deine Rechtschreibung ist schwach“, werden Stärken hervorgehoben („Du hast ein tolles Sprachgefühl“). Es geht um einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur kognitive, sondern auch emotionale, soziale und charakterliche Wntwicklung fördert.

Kurz gesagt: Positive Education gibt Antworten auf die Fragen, wie Kinder und Jugendliche glücklich und erfolgreich werden – in der Schule, zu Hause und auf dem Weg ins Erwachsensein. Lassen wir einmal Experten auf dem Feld sowie den Begründer, Martin Seligmann, zu Wort kommen in einem knackig-kurzen Info-Video:

 

Warum ist das nötig?

Unseren Kindern geht es nicht gut. Punkt. Ja, ich weiß, das kann man so pauschal nicht sagen. Stimmt. Natürlich gibt es Kinder, denen es richtig gut geht. Die gesund sind, die voller Zuversicht in die Zukunft schauen und die ihr Leben und alles, was darin ist, richtig klasse finden.

Aber das trifft längst nicht auf alle Kinder zu. Lass uns mal einen Blick auf die Fakten werfen, wie es um Bildung und Erziehung so bestellt ist, nur ein paar Schlaglichter:

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden 10-20 % der Kinder und Jugendlichen weltweit an psychischen Problemen wie Angststörungen und Depressionen. Seit der Corona-Pandemie sind diese Zahlen drastisch gestiegen.

Auch die Zahlen für Burnout bei Lehrkräften sind alarmierend. In Deutschland berichtet jede dritte Lehrkraft von Symptomen wie Erschöpfung und Motivationsverlust.

Und nicht zuletzt stehen auch Eltern zunehmend unter Druck, ihren Kindern „alles“ zu bieten – von Top-Bildung bis hin zur perfekten Freizeitgestaltung. Doch oft bleibt das Familienglück dabei auf der Strecke.

Positive Education bietet eine Lösung für diese Herausforderungen. Dieser ressourcenorientierte Ansatz hilft, Stress abzubauen, das Wohlbefinden zu steigern und sowohl Kinder als auch Erwachsene mental zu stärken. Es geht darum, nicht nur „funktionieren“ zu müssen, sondern sich auch wirklich zu entfalten und das Leben zu genießen.

 

Die „Mindblowing“-Effekte: Was Positive Education bewirken kann

1. Bessere Leistungen in der Schule
Klingt paradox, oder? Aber Studien zeigen: Kinder, die glücklicher sind, lernen besser. Eine australische Studie fand heraus, dass Programme zur sozialen und emotionalen Entwicklung die Schulleistungen signifikant verbessern können. Positive Emotionen aktivieren das Gehirn, steigern die Kreativität und erleichtern das Problemlösen.

Beispiel: Eine Grundschule in Geelong, Australien, implementierte Positive Education und sah nicht nur eine Verbesserung der Noten, sondern auch eine deutlich positivere Schulatmosphäre. Kinder lernten nicht nur Mathe, sondern auch Dankbarkeit – durch tägliche Reflexion darüber, wofür sie dankbar sind. Dies führte zu einem sichtbar harmonischeren Miteinander.

2. Stärkere Resilienz
Kinder, die in Positive Education unterrichtet werden, entwickeln eine „mentale Schutzschicht“. Sie lernen, mit Herausforderungen umzugehen, Rückschläge zu bewältigen und trotz Schwierigkeiten optimistisch zu bleiben. Resilienz wird zu einem Schlüssel, der sie befähigt, auch schwierige Zeiten zu meistern.

Beispiel: In einer Schule in Großbritannien wurde ein Resilienz-Programm eingeführt, bei dem Schüler:innen Techniken zur Stressbewältigung und Achtsamkeit lernten. Das Ergebnis? 30 % weniger Fehlzeiten, ein deutlicher Rückgang von Verhaltensproblemen und ein gesteigertes Selbstbewusstsein bei den Schüler:innen.

3. Glücklichere Lehrkräfte
Nicht nur Kinder profitieren, sondern auch Lehrer:innen. Positive Education hilft Lehrkräften, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt – und ihre eigene mentale Gesundheit zu stärken. In Schulen, die Positive Education praktizieren, berichten Lehrer:innen von weniger Stress und mehr Motivation. 

Beispiel: Eine finnische Schule führte Workshops für Lehrkräfte durch, um positive Psychologie zu vermitteln. Lehrer:innen entdeckten ihre eigenen Stärken und setzten diese gezielt im Unterricht ein. Das Ergebnis: weniger Burnout, ein besserer Teamgeist im Kollegium und eine spürbare Verbesserung der Unterrichtsqualität.

4. Stärkerer Familienzusammenhalt
Positive Education endet nicht im Klassenzimmer. Eltern, die Prinzipien wie Dankbarkeit, aktives Zuhören und Stärkenorientierung anwenden, berichten von harmonischeren Beziehungen zu ihren Kindern. Konflikte können reduziert werden, und die Kommunikation wird offener und wertschätzender.

Beispiel: Eine Familie in den USA begann, eine allabendliche „Dankbarkeitsrunde“ einzuführen, bei der jedes Familienmitglied drei Dinge nennt, für die es dankbar ist. Diese kleine Gewohnheit schuf eine positive Familienkultur und reduzierte sogar in der Folge Konfliktehäufigkeit und -intensität. Die Eltern bemerkten, dass ihre Kinder aufmerksamer und empathischer wurden.

Das PERMA-V-Modell: Die Grundlage von Positive Education

Positive Education basiert auf dem PERMA-V-Modell, das von Martin Seligman entwickelt wurde. Dieses Modell beschreibt die zentralen Elemente eines erfüllten und glücklichen Lebens. Hier sind die sechs Dimensionen des Modells:

1. Positive Emotion (Positive Emotionen):
Freude, Dankbarkeit, Zufriedenheit und andere positive Gefühle sind essenziell für unser Wohlbefinden. Positive Education fördert diese Emotionen gezielt durch Übungen wie Dankbarkeitstagebücher oder positive Reflexionen im Alltag.

2. Engagement (Engagement):
Engagement entsteht, wenn wir vollkommen in einer Tätigkeit aufgehen, sei es beim Lernen, Spielen oder Arbeiten. Positive Education ermutigt Schüler:innen, ihre Interessen und Leidenschaften zu entdecken, um in den „Flow“-Zustand zu gelangen.

3. Relationships (Beziehungen):
Starke soziale Verbindungen sind ein Schlüsselfaktor für ein erfülltes Leben. Positive Education legt Wert auf den Aufbau positiver Beziehungen durch Empathie, aktives Zuhören und gegenseitige Unterstützung.

4. Meaning (Sinn):
Ein Leben mit Sinn und Zweck gibt uns eine tiefere Erfüllung. Positive Education hilft Schüler:innen, ihre Werte zu erkennen und ihre persönlichen Ziele mit etwas Größerem zu verbinden.

5. Accomplishment (Erfolge):
Das Streben nach und das Erreichen von Zielen stärken unser Selbstbewusstsein. Positive Education unterstützt Kinder dabei, kleine und große Erfolge zu feiern und aus Herausforderungen zu lernen.

6. Vitality (Vitalität):
Körperliche Gesundheit und Energie spielen eine wichtige Rolle für unser Wohlbefinden. Positive Education integriert Bewegung, gesunde Ernährung und Achtsamkeit in den Schulalltag, um die Vitalität zu fördern.

Dieses Modell ist wissenschaftlich breit evaluiert und in seiner Wirksamkeit bestätigt. Es dient als Leitfaden für die Gestaltung von Programmen und Aktivitäten und hilft, das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern und von Eltern ganzheitlich zu steigern.

Warum es sich lohnt, Positive Education auszuprobieren

Positive Education ist mehr als nur ein Trend. Es ist eine Bewegung, die zeigt, dass Schulen und Familien Orte des Wachstums, der Freude, des Wohlbefindens und der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung sein können. Es ist ein Ansatz, der nicht nur die Kinder verändert, sondern auch uns Erwachsene. Die Prinzipien sind universell und lassen sich in jeder Umgebung anwenden.

Also, worauf wartest du noch?
Ob du ein Elternteil, Lehrerkraft oder Mitglied der Schulleitung bist – beginne mit kleinen Schritten. Probiere eine Dankbarkeitsübung aus, entdecke deine eigenen Stärken oder starte einen Austausch darüber, wie Positive Education in deiner Schule oder Familie aussehen könnte.

Denn am Ende profitieren wir alle: glücklichere Kinder, stärkere Beziehungen und eine Welt, die ein bisschen positiver ist. Positive Education ist nicht nur eine Methode, sondern eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft.

 

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